Wenn Kinder draußen sind, passiert etwas Besonderes. Es ist, als würde die Natur eine Tür öffnen, hinter der Neugier, Mut und Lebensfreude nur darauf warten, hervorzuspringen. Gestern habe ich das wieder beobachten dürfen: schmutzige Hände, Moos zwischen den Fingern, kleine Schätze aus Steinen und Blättern. Aus alldem entstehen Welten. Kinder tauchen hinein, vergessen Zeit und Ort, weil sie ganz bei sich und dem Moment sind.
Doch es ging noch ein Stück weiter. Wir haben uns gefragt: Was brauchen wir eigentlich, um draußen zu überleben? Die Antwort ist uralt und doch immer wieder neu: Shelter, Fire, Water, Food.
Ein Dach über dem Kopf, Wärme, Wasser, Nahrung. Nicht mehr, nicht weniger.
Also begannen die Kinder, aus Ästen und Laub einen Unterschlupf zu bauen. Eine Laubhütte – simpel, aber wirkungsvoll. Plötzlich wurde sichtbar: Hier geht es nicht um Spielerei, sondern um eine echte Fähigkeit. Wenn die Temperaturen fallen, kann genau so ein Unterschlupf den Unterschied machen. Die Kinder spürten das. Dieses Wissen, dass die Natur selbst uns schützt, wenn wir wissen wie, gab ihnen einen tiefen Ernst und gleichzeitig eine unglaubliche Freude.
Und dann das Feuer. Für mich jedes Mal ein Herzstück.
Zuerst das Suchen: Welches Material eignet sich für ein Zundernest? Trockenes Gras, Birkenrinde, feine Holzspäne – nichts wird übersehen, jedes Detail zählt. Danach der Feuerstahl. Funken schlagen, wieder und wieder, mit Geduld. Manchmal dauert es zehn Minuten, manchmal länger. Aber genau das ist der Punkt: Die Kinder geben nicht auf. Sie halten durch. Und wenn die ersten Flammen schließlich tanzen, dann bricht es heraus – Jubel, Staunen, Lachen.
Es ist, als ob sich in diesem Augenblick etwas im Inneren entzündet. Nicht nur das Feuer, sondern auch die Erkenntnis: Ich habe das geschafft. Ich bin in der Lage, mir Wärme zu verschaffen. Ich kann etwas, das wirklich zählt. Diese Selbstwirksamkeit ist ein Geschenk. Sie trägt weiter als jede Belohnung aus dem Alltag, weiter als ein Pokal oder eine gute Note.
Diese archaischen Erfahrungen haben eine Kraft, die man nicht in Worte fassen kann. Kinder spüren plötzlich, dass sie Teil einer großen, lebendigen Welt sind. Dass sie selbst die Fähigkeit haben, in ihr zu bestehen. Sie lernen, wie wichtig Durchhaltevermögen ist, dass Scheitern nur eine Zwischenstation ist, und dass gemeinsames Tun verbindet.
Was mich dabei immer wieder berührt: Die Freude ist ehrlich. Sie braucht kein aufwendiges Spielzeug, keine bunte Animation. Ein Funke, der auf trockenes Gras fällt, reicht, um Augen zum Leuchten zu bringen. Ein selbst gebauter Unterschlupf reicht, um Stolz und Sicherheit zu spüren.
Und genau das wünsche ich mir für Kinder: Räume, in denen sie sich ausprobieren können. Orte, an denen sie archaische, ursprüngliche Erfahrungen sammeln – geschützt, aber echt. Denn solche Momente prägen. Sie sind Erinnerungen fürs Leben.
Dafür bin ich da. Mit meinen Angeboten möchte ich Familien ermöglichen, diese Intensität selbst zu erleben. Damit Kinder nicht nur wissen, wie sich Feuer anfühlt, sondern auch, wie es ist, über sich hinauszuwachsen. Damit sie spüren, wie viel Kraft in ihnen steckt.
Denn wie schön ist es, das Leuchten im Gesicht des Kindes zu sehen, wenn es sagt: Ich habe Feuer gemacht.