Der Zauber der Weihnachtszeit – Übergänge begehen aus wildnispädagogischer Sicht

Die Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit des Jahres. Es ist nicht nur die Zeit von Kerzenschein, Plätzchenduft und gemütlichen Stunden im Kreis der Familie, sondern auch eine Zeit des Übergangs. Während die Natur ruht und die Dunkelheit noch überwiegt, bereiten wir uns innerlich darauf vor, Altes loszulassen und Neues willkommen zu heißen. In der Wildnispädagogik hat dieser Übergang eine besondere Bedeutung, die uns mit der Natur und uns selbst tiefer verbinden kann.

Die Energie der Winterzeit

Im Rhythmus der Natur ist der Winter die Zeit des Rückzugs und der Regeneration. Viele Tiere ziehen sich in ihre Behausungen zurück, und auch die Pflanzenwelt ruht, um neue Kraft für das kommende Jahr zu sammeln. Diese natürliche Phase des Innehaltens lädt uns ein, ebenfalls langsamer zu werden, nach innen zu schauen und zu reflektieren:

Was haben wir in diesem Jahr erlebt?

Welche Erfahrungen haben uns gestärkt oder herausgefordert?

Was möchten wir ins neue Jahr mitnehmen, und was darf zurückbleiben?

Die kurzen Tage und langen Nächte bieten eine gute Gelegenheit, sich diesen Fragen zu widmen – sei es bei einem Spaziergang im Wald, einem stillen Moment am Kamin oder in Gemeinschaft mit der Familie.

Übergange begehen: Rituale in der Natur

In der Wildnispädagogik sind Übergänge immer auch eine Zeit, um innezuhalten und zu feiern. Ich habe einige Impulse für euch, wie ihr die Zeit zwischen den Jahren bewusst gestalten könnt:

1. Feuer als Symbol für Wandlung
Ein Lagerfeuer oder auch eine Kerze kann ein kraftvolles Ritual sein. Schreibe auf, was du im alten Jahr loslassen möchtest, und verbrenne den Zettel im Feuer. Gleichzeitig kannst du Wünsche oder Visionen für das neue Jahr formulieren und diese bewusst dem Licht übergeben.

2. Barfuß durch den Schnee oder die Erde spüren
Ein Moment der Verbindung zur Natur: Spüre die Kälte des Schnees oder den Boden unter deinen Füßen. Es erinnert uns daran, dass wir Teil der Erde sind und ihre Kraft auch in uns tragen.

3. Sitzplatz-Ritual
Suche dir einen ruhigen Ort in der Natur, den du regelmäßig besuchst. Nutze die Tage zwischen den Jahren, um dort zu verweilen, einfach zu beobachten und die Stille zu genießen. Frage dich: Was flüstert mir die Natur? Welche Botschaften kann ich mit ins neue Jahr nehmen?

4. Rauch und Duft – ein Räucherritual
In der Zeit der Rauhnächte (vom 24. Dezember bis 6. Januar) ist das Räuchern ein kraftvolles Ritual, das uns helfen kann, Klarheit zu gewinnen. Verwende heimische Pflanzen wie Beifuß, Kiefernnadeln oder Fichtenharz, um Altes zu reinigen und Platz für Neues zu schaffen.

Gemeinsam die Dunkelheit feiern

In Gemeinschaft lässt sich diese Zeit besonders intensiv erleben. Ob bei einem Waldspaziergang mit Familie oder Freunden, bei einem kreativen Bastelnachmittag oder einfachen bei einem Moment des Zusammenseins am Feuer – es ist die Verbindung, die zählt.

Lasst uns die Dunkelheit nicht fürchten, sondern sie willkommen heißen als das, was sie ist: Eine Zeit der Ruhe, die den Weg für das Licht bereitet.

Ein Ausblick für das neue Jahr

Wenn die Tage allmählich länger werden und das neue Jahr beginnt, können wir die Kraft, die wir in der Stille gesammelt haben, nutzen, um neue Wege zu gehen. Genau wie die Natur im Frühling wieder erblüht, haben auch wir die Möglichkeit, mit frischer Energie durchzustarten und unsere Träume und Vorhaben zu verwirklichen.

In der Wildnispädagogik steht das neue Jahr für einen weiteren Kreis im Jahreszyklus, in dem wir uns immer tiefer mit der Natur und uns selbst verbinden können. Der Winter ist dabei nicht das Ende, sondern der Anfang. Die Samen, die jetzt in der Erde ruhen, tragen bereits das Potenzial für Wachstum in sich – und das Gleiche gilt für uns.

Impulse für das neue Jahr

1. Dankbarkeit kultivieren
Beginne das neue Jahr mit einem Ritual der Dankbarkeit. Schreibe drei Dinge auf, für die du im vergangenen Jahr besonders dankbar bist. Dies hilft dir, positiv und mit einem offenen Herzen ins neue Jahr zu starten.


2. Ein Vision Board gestalten
Nutze Naturmaterialien wie Blätter, Zweige oder Steine, um deine Wünsche und Ziele für das neue Jahr visuell darzustellen. Hänge dein Vision Board an einen Ort, der dich täglich daran erinnert. (Bald mehr dazu, wie du ein Vision Board mit Naturmaterialien gestalten kannst)


3. Wildnis-Zeit planen
Nimm dir bewusst vor, regelmäßig Zeit in der Natur zu verbringen – ob allein, mit der Familie oder in der Gemeinschaft. Die Wildnis bietet uns nicht nur Erholung, sondern auch die Möglichkeit, immer wieder Neues über uns selbst zu lernen.


4. Achtsamkeit in den Alltag integrieren
Bringe die ruhige Energie der Winterzeit mit in dein Jahr, indem du achtsame Momente in deinen Alltag einbaust: eine Tasse Tee in Stille genießen, einen Vogel beobachten oder einen Moment innehalten, bevor du eine Entscheidung triffst.

Gemeinsam ins neue Jahr starten

Die Zeit zwischen den Jahren ist ein wunderbarer Moment, um innezuhalten, Kraft zu tanken und sich neu auszurichten. Ob du allein oder mit deinen Liebsten feierst, ob in der Stille der Natur oder bei gemütlichem Kerzenschein – lass dich von der Energie dieser besonderen Zeit tragen.

Möge das neue Jahr für uns alle voller Wachstum, Verbindung und innerem Frieden sein. Lasst uns gemeinsam einen Weg gehen, der uns nicht nur näher zu uns selbst, sondern auch zur Natur bringt.

Frohe Weihnachten und einen kraftvollen Start in das neue Jahr!
Herzliche Grüße,

Melanie

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